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Besuch beim Fassbinder Schneckenleitner:
Der Beruf des Fassbinders galt lange Zeit als vom Aussterben bedroht.

Eine Konkurrenz moderner Behälter (Glas, Beton, Plastik und Stahltanks) gefährdete bzw. vernichtete die Existenz vieler Betriebe. Erst die  Renaissance des Qualitätsweinbaus mit einem kontinuierlichen Bedarf an hochwertigen Fässern schuf erneut eine lukrative Nische.

Durch Einfallsreichtum, Spezialisierung und Servicebereitschaft konnten die besten der Branche überleben.

Die Nö. Fassbinderei der Familie Schneckenleitner in Waidhofen a.d.Ybbs ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner der Familie Bründlmayer. Ein Lokalaugenschein im Sommer fand bei unserem Keller-Team großen Anklang.

Man kennt sich: Weinfässer werden in die alten Lösskeller des Weinguts ja nicht einfach angeliefert wie die Morgenzeitung. Es  bedarf einiger Kraft und Erfahrung, um 300 - 2400 Liter Fässer mit Seilwinden unversehrt in die 250 Jahre alten Kellerröhren einzupassen. Da hilft man auch schon einmal mit. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch trägt auch immer wieder Früchte.

Für die Fässer müssen zuerst einmal die Bäume wachsen, Manhartsberger oder Ybbstaler Eichen zum Beispiel, aber auch Akazien oder Kastanien. Das kühle Waldviertel fördert das langsamere Wachstum des Holzes. Die Bäume werden im Winter gefällt, wenn der Saftfluss möglichst gering ist. Dann muss das Holz mehrere Jahre zum Trocknen gelagert werden, ehe es gespalten, zu Dauben gesägt, getoastet und schließlich gebogen und gebunden wird.

Die Notwendigkeit des „toastings“ liegt im Erhitzen der Fassdauben, um dem Fass die nötige Form verleihen zu können. Dass bei der Hitzeentwicklung auch gewisse Geschmacksstoffe umgewandelt werden, zählt für Freunde des „Barrique-Weins“ zu den angenehmen Begleiterscheinungen. In erster Linie dienen die Fässer aber der  Reifung, da die natürliche Struktur des Holzes gerade den
nötigen Sauerstoff zu spenden vermag und bei der Umwandlung wertvoller Inhaltsstoffe wie Tannine
bzw. Gerbsäuren beteiligt ist.

Zu den positiven Entwicklungen im Weinbau zählt die Wiederbelebung regionaler Identität. Dazu gehörte auch die Verwendung von bodenständigen Fasstypen, die  für einen bestimmten Wein besonders geeignet sind. Nach der Barrique-Mode der 80-er und frühen 90-er Jahre dürfen die Fässer nun auch wieder größer sein,  um übermäßigen Holzeintrag zu vermeiden.

Heute muss es nicht immer französisches Holz (Limousin, Troncais oder Allier) sein, Schneckenleitners Fässer für Bründlmayer Ried Lamm sind aus Akazienholz, das bei der 1. und 2.Füllung, den Charakter hochreifer Veltliner- Reserven eher fördert und nicht überlagert.

Niemand hat für immer ausgelernt. Hier wurde das „toasting“ der Fassböden diskutiert. (Bild: Isabella, Max, Herr Knorr und Herr Schneckenleitner)
ⓒ Fotos Herbert Wunderer
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