Die Ernte 2010
Willi Bründlmayer: Ernte 2010-Zusammenfassung
begonnen hat das Weingartenjahr mit dem Ausbruch des isländischen Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen, der den Himmel verfinsterte. Schon von Beginn an hatten wir Vegetationsrückstand, dann Regen in die Blüte, damit verbunden extrem schwacher Fruchtansatz.
Mit Verspätung ging es in den Sommer, das Wetter verbesserte sich nur geringfügig. Durch den geringen Behang lagerten die Trauben trotzdem genug Zucker ein, bauten aber nur wenig Säure ab. Das waren ideale Bedingungen für den Sekt, der Säure in den Grundweinen liebt, nicht aber für vollmundige, reife Weine, insbesondere Rotweine.
Ab September hörten die starken Niederschläge auf, der Boden begann langsam abzutrocknen, sodass wir die Ernte einbringen konnten. Eine prachtvolle Woche bis zum Freitag, 24.September, konnte optimal genutzt werden, die Weinlesehelfer hatten alle Hände voll zu tun, um die Trauben für unseren Bründlmayer Brut und Brut Rosé einzubringen.
Im Oktober lachte dann die Sonne und der Rest der Rotweintrauben die nicht für Sektgrundwein bestimmt waren, wurden geerntet. Erst gegen Ende des Monats konnten die klassischen Weißweine bei guten Verhältnissen eingebracht werden. Selektion per Hand erwies sich erneut als unbedingte Maßnahme, sie wird wie so oft die Spreu vom Weizen trennen.
Sehr kalte Nächte mit Temperaturen unter der 0°C Marke führten im November dann dazu, dass das Laub abfiel und es zu einem Reifeschub in den Trauben kam: Wasser evaporierte, die Säuren bauten sich ab. Die zuletzt gelesenen Weine waren von ausgezeichneter Qualität.
Nach Allerheiligen blieben noch die Reserven in den „Ersten Lagen“ zu ernten. Hervorragend war der Zustand der Trauben in Lagen wie Käferberg, Lamm oder Loiser Berg „vielleicht der schönste Loiser Berg, der je geerntet wurde.“